Dienstag, September 28, 2010

Island - Teil 1

Zurück aus Island mit einer ganz großen Portion Sehnsucht und dem Wunsch, direkt wieder hinzufliegen... Da hilft es am besten, wenn man seine Erlebnisse teilt:

Gebucht haben wir unsere Islandreise über das Internet bei Katla Travel in München. Mir wurde das Reisebüro von einem Kollegen empfohlen. Restlos überzeugt hat mich, dass die Inhaberin Isländerin ist. Flüge und Hotel haben wir selber gebucht, Mietwagen- und Ferienhausbuchung inkl. Wäschepaket hat Katla Travel übernommen.

Geflogen sind wir von Köln aus mit Germanwings. Die ersten 3 Tage haben wir in Reykjavik im Hotel Hilton Nordica verbracht. Das Hotel habe ich uns über die Seite von Booking.com ausgesucht. Zum einen, weil es zu einer Kette gehört und daher einen gewissen Standard bietet und zum anderen, weil mir der Standort zusagte. Es gibt genügend Hotels in der Innenstadt von Reykjavik, allerdings wird dort von Donnerstag bis Sonntag wirklich gut gefeiert und wir wollten unsere Ruhe haben. Die Wahl war ausgezeichnet. Wir waren sehr zufrieden mit dem Hotel und wenn man einen Mietwagen hat, erreicht man in 5 Minuten die Shoppingmeile von Reykjavik, Laugavegur. Überhaupt ist Island sehr autofahrerfreundlich und die Isländer machen alles mit dem Auto.

Da der Bezug der Ferienhäuser nur donnerstags und sonntags möglich ist, haben wir uns Reykjavik angeschaut, eine Wal-Tour mitgemacht und das Nationalmuseum besucht.

Reykjavik ist eine Stadt der Gegensätze und leider haben es die Isländer nicht so sehr mit dem Städtebau. Da gibt es wunderschöne Küstenabschnitte. Leider ist dort oftmals Industrie oder Gewerbe angesiedelt. Die Shoppingmeile allerdings ist sehr schön und man findet dort wirklich alles, was das Herz begehrt.



Das Wetter in Reykjavik ist immer schlechter, als im Rest des Landes. Wir hatten zumindest den Eindruck. War schönster Sonnenschein weiter im Inneren des Landes, wurde das Wetter Richtung Reykjavik immer schlechter. Als wir in Reykjavik ankamen, hatten wir schon die Befürchtung, dass wir den gesamten Urlaub über trübes Wetter haben würden. Glücklicherweise war das nicht der Fall.

Die Wal-Tour mit Elding war ein echtes Erlebnis. Man bekommt an Board richtig schöne dicke Overalls und die sind auch nötig. Da macht einem die rauhe See, der kalte Wind und die Gischt wirklich nichts mehr aus. Der Wellengang ist enorm und teilweise fühlt man sich wie auf einem Kirmes-Fahrgeschäft. Drei Minkwale haben wir gesichtet. Leider nur kurz, daher war es nicht möglich, ein "vernünftiges" Foto zu machen. Aber darum ging es auch nicht, die Fahrt selber war einfach ein Knaller.


Sonntags haben wir ausgecheckt und sind dann zum Ferienhaus am Eyrarvatn im Svínadalur gefahren. Unser Mietwagen war ein Suzuki Swift. Ein tolles Auto, das uns zuverlässig überall hingefahren hat. Wenn wir das nächste Mal in Island sind, werden wir uns allerdings einen Geländewagen mieten, damit wir uns auch das Hochland anschauen können.

Um zum Ferienhaus zu kommen, muss man den Hvalfjördur (Wal-Fjord) entlangfahren. Eine wunderschöne Strecke, die durch den mautpflichtigen Tunnel Hvalfjarðargöng abgekürzt werden kann. Je mehr wir uns von Reykjavik entfernten, desto besser wurde das Wetter. Die Landschaft ist gewaltig und die Farben so klar, das habe ich noch nie gesehen. Das Wasser des Atlantik und auch der Fjorde und Seen ist teilweise türkis. Die Berge, schwarzes Lavagestein, mit leuchtend grünem Moos bewachsen, sind sehr eindrucksvoll. Der Südwesten ist am dichtesten besiedelt. Uns kam das schon einsam vor. Es ist sehr erholsam, vor allem, wenn man im bevölkerungsreichsten Bundesland der Republik lebt. Nur zum Vergleich: Island ist flächenmäßig etwas mehr als drei Mal so groß wie NRW, hat aber insgesamt nur etwas über 300.000 Einwohner (im Gegensatz zu knapp 18 Mio. in NRW).

Man sieht Schafe, Islandponys, Möwen und Raben. Die Schafe laufen frei herum und man sollte immer aufpassen, da sie schon mal unvermittelt die Straßenseite wechseln können. Die Möwen liegen teilweise auf dem Asphalt und wärmen sich dort. Auch hier sollte man aufpassen. So manche Möwe hat das nicht überlebt. Es gibt keine Kaninchen, wie hier in Deutschland.

Die Schafe sind überhaupt nicht ängstlich und sehr aufmerksam und neugierig. Auch die Islandponys kennen keine Scheu. Verliebt habe ich mich in die dunkelgrauen Ponys mit heller Mähne. Diese Färbung kannte ich noch nicht. Leider habe ich kein Foto von einem solchem Pony.



Richtig gut ausgebaut ist fast nur die Ringstraße, die um Island herumführt. Die meisten "Straßen" sind echte Schotterpisten. Ein Geländewagen ist in Island also kein Statussymbol wie bei uns in Deutschland, sondern eine Notwendigkeit.

Durch die Bankenkrise ist Island nicht mehr so teuer, wie in der Vergangenheit. Ein Billigreiseland ist es dennoch nicht. Benzin ist geringfügig günstiger als hier in Deutschland. Das Tanken ist bequem und erfolgt meist mit Karte an der Zapfsäule. Günstig einkaufen kann man im Bonus, eine Art isländischer Aldi - aber mit weit mehr Auswahl. Alkohol gibt es nur in staatl. Läden, u. a. Vinbudin. Daran müssen wir verwöhnte Deutsche uns erst gewöhnen, dass man Wein und Sekt nicht an jeder Tanke bekommt. Auch die Ladenöffnungszeiten sind anders. In der Regel ist um 18 Uhr Schluss. Es gibt aber auch Geschäfte wie 10-11 oder Noatun, die 7 Tage die Woche rund um die Uhr geöffnet haben.

Es ist üblich, auch sehr geringe Beträge mit Karte zu zahlen. Das ist sehr bequem. Eigentlich braucht man in Island gar kein Bargeld, daher werden wir beim nächsten Mal nur eine geringe Menge Geld tauschen. Sei der Laden noch so klein, Kartenzahlung ist eigentlich immer möglich. Island ist sehr modern und äußerst unkompliziert. Die Menschen sind sehr freundlich. Wenn man Englisch spricht, hat man keinerlei Probleme mit der Verständigung. Viele sprechen sogar Deutsch oder verstehen es zumindest sehr gut. Hat jemand bemerkt, dass wir Touristen sind, wurden wir gefragt, wo wir herkommen und war richtig interessiert. Das habe ich so noch nicht erlebt.

Die Gesellschaft ist sehr offen und frei. Man kann überall hin. So war es z.B. möglich, ein Wasserkraftwerk an einem Stausee zu betreten. Es war möglich, sich die Blaue Lagune anzuschauen, ohne Eintritt zu bezahlen. In Deutschland undenkbar. Das liegt vielleicht daran, wie ich jetzt mal ganz ketzerisch bemerken möchte, dass sich die Isländer wohl noch benehmen können.

Die 2 Wochen in Island waren äußerst erholsam. Wenig Menschen und großartige Natur.

Flüsse, Fjorde und Seen sind sauber, da nichts abgeleitet wird. Das isländische Wasser ist so rein, dass es Quellwasserqualität hat. Das wäre in etwa so, als käme aus unseren Wasserhähnen Mineralwasser (ohne Kohlensäure natürlich...). In ländlichen Gegenden kann es allerdings sein, dass das Wasser einen Schwefelgeruch hat. Daran muss man sich gewöhnen. Die Qualität leidet nicht darunter und der Geschmack ebenso wenig.

Es gibt keine Luftverschmutzung. Wahrscheinlich nimmt man daher die Farben so intensiv wahr. Derartig grüne Wiesen habe ich nur auf nachbearbeiteten Fotos gesehen. In Deutschland ist alles etwas grauer und blasser.

Es ist windig in Island und der Wind ist kalt. Das Wetter kann leicht umschlagen und man sollte immer wind- und regenfeste Kleidung tragen. Wir haben uns vorher beim Globetrotter und bei Blackfoot ausgerüstet. Unabdingbar ist auch gutes Schuhwerk. Mit einfachen Trekkingschuhen kann man allenfalls in den Städten rumlaufen. Sehr empfehlenswert für die Dame: Alaska Lady von Hanwag. Da spürt man keinen Stein und läuft praktisch von selber durch unwegsames Gelände.

Wichtig ist auch eine Regenhose, die winddicht ist. Man kann das laue Lüftchen, das hier mal im Herbst weht, nicht mit dem Wind in Island vergleichen. Man kühlt sehr leicht aus, wenn man sich nicht schützt. Außerdem ist so eine Regenhose auch sehr praktisch, wenn man einen der zahlreichen Wasserfälle besucht.

Sicher ist Island kein Reiseziel für Jedermann und das ist auch gut so. Wir werden auf jeden Fall nächstes Jahr wieder hinfahren und uns einen anderen Teil dieser wunderschönen Insel anschauen.

Hier im Blog folgen weitere Beiträge, die dann mehr ins Detail gehen. So z.B. zum Essen in Island. Ich freue mich schon darauf, weiter in Erinnerungen zu schwelgen.

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