Sonntag, Dezember 24, 2006

Heiligabend / 4. Advent


Und so plumpst er hinein, ins traute Wohnzimmer...

Draußen ist dicker Nebel, man könnte meinen, wir wohnen in den Wolken. Der GöGa schläft noch und ich habe meinen Kaffee schon getrunken. Heute ist Heiligabend und ich freue mich riesig, gleich das letzte Geschenk von unseren Adventsgeschenken aufzumachen.

Es ist schade, dass es keine schönes und wenig verkitschtes Bildchen vom Christkind gibt, denn ich bin nicht mit dem Weihnachtsmann aufgewachsen. Bei uns kam noch das Christkind und wenn es weg war, wurde zur Bescherung geläutet. Wir Kinder durften auch nicht durch das Schlüsselloch "spinxen", denn sonst ist das Christkind ganz schnell weggeflogen und hat die Geschenke mitgenommen. Ich denke, die meisten meiner Generation kennen das Weihnachtsfest mit dem Christkind.

In unserer Familie gab es keine Tradition, was das Essen angeht. Wir haben Weihnachten immer etwas besonders Leckeres gekocht. Mal einen schönen Braten, mal einen Karpfen. Ich erinnere mich nicht mehr so ganz daran. Ich habe mich immer sehr auf den Weihnachtsteller gefreut. Ein großer Weihnachtsmann aus Schokolade, Nüsse, Mandarinen, eine Orange, viele kleine besondere Süßigkeiten, ein Marzipanbrot und ein Baumstamm. Wir hatten immer echte Bäume, mindestens 2 Meter hoch, meistens eine Blautanne. Ich glaub Nordmanntannen gab´s in den 70er Jahren noch nicht. Es war immer ein Drama, den Baum gerade in den Baumständer zu hieven. Aber wir haben es doch immer hinbekommen. :o)

Die Spitze war kein kugelförmiges Gebilde, das nach oben hin spitz zulief, sondern entweder ein großer goldener Stern oder eine wunderschöne Christkindfigur, mit der ich als Kind nie spielen durfte. Dabei war die viel schöner als jede Barbie, die ich damals besessen habe (natürlich eine Petra-Barbie, die "Superstar-Barbies" gab es erst in den 80er Jahren).

Manchmal lag Schnee zur Weihnachtszeit, dann war es besonders schön. Wir haben in einem relativ kleinen Dorf gewohnt und ich weiß noch, dass die Männer von der Müllabfuhr von uns zu Weihnachten immer ein kleines Trinkgeld bekommen haben.

In meiner Familie kam auch nicht der Nikolaus (der kam in den Kindergarten oder in die Schule), sondern bei uns hat die Heilige Barbara am 06.12. die Schuhe mit Leckereien gefüllt. Ich muss mal in die Wikipedia schauen, wo dieser Brauch herkommt. Mein GöGa sagt nämlich, dass die Heilige Barbara eigentlich die Schutzpatronin der Bergleute ist. Er muss das wissen, er stammt ja auch einer "Bergbau-Familie".

Ich lese gerade, dass die Heilige Barbara auch die Schutzpatronin u.a. der Architekten, Feuerwerker und Gefangenen ist. Dort steht auch, dass der Festtag der Hl. Barbara der 4. Dezember ist. Leider steht dort nicht mehr. Ich weiß nur, dass meine Geschwister und ich am Vorabend die Schuhe geputzt haben, die am nächsten Morgen reich befüllt waren. Wer mehr über diesen Brauch weiß, möge sich bei mir melden!

Und jetzt gehe ich zum GöGa kuscheln, er ist nämlich aufgewacht.

Frohe Weihnachten!

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