Sonntag, April 29, 2007

Klänge aus Mittelerde

Zu Weihnachten habe ich von meinem Schatz ein wunderschönes Geschenk bekommen: Karten für die Herr der Ringe Symphonie in der Kölnarena (21. April 2007).
Nachdem ich also vier Monate warten musste, konnte ich nun am besagten Tag mit meinem Schatz zur Kölnarena aufbrechen. Bei dem Konzert handelt es sich um eine "Kurzfassung" der Filmmusik der berühmten Herr der Ringe Filmtrilogie. Der Komponist (Howard Shore) hatte diese zur Uraufführung des 3. Teils komponiert und seitdem wird sie rund um den Globus aufgeführt.
Gleich beim Hereinkommen in die Kölnarena haben wir uns das wunderschöne Programmheft gekauft, welches mit Zeichnungen der Herr der Ringe Illustratoren sowie Bildern der beteiligten Orchester, Chöre und Solisten aufwartet. Nachdem wir uns etwas umständlich Sekt besorgt hatten, haben mein Schatz und ich in einer geschützten Ecke dem bunten Treiben in der Kölnarena zugeschaut. Einige Fans waren in "Kutte", d.h. in mittelalterlichen Fantasy-Kostümen, die Figuren aus dem Herrn der Ringe nachempfunden waren, angereist. Dazwischen waren aber auch jede Menge "normale" Leute jeden Alters. Dann ging es endlich los und wir konnten unsere Plätze einnehmen. Die Stühle waren eine Enttäuschung an dem Abend, da sie sehr unbequem waren. Nach etwa 20 Minuten tat einem der A... weh. Dennoch konnte dies die Vorfreude auf die Musik nicht trüben.
Nach und nach kamen die Musiker, angeführt von den Chören, auf die Bühne. Alles in allem etwa 200 Musiker. Das war sehr beeindruckend anzusehen. Zumindest theoretisch, denn, wir hatten Karten für die erste Reihe, daher fiel uns die Übersicht relativ schwer. Auf der anderen Seite hatten wir aber auch uneingeschränkte Sicht auf die Musiker. Als letztes kam der Dirigent auf die Bühne. Nach einem kurzen Verbeugen legte er auch sofort los.
Schon mit den ersten Tönen war man schon voll in die Welt von Mittelerde eingetaucht. Die Auswahl der Stücke orientierte sich grob am Handlungsablauf des ersten Films (Die Gefährten). Unterstützt wurde das Ganze durch Grafiken, die auf eine große Leinwand hinter dem Orchester projeziert wurden. Tatsächlich habe ich aber mehr auf die Musiker geschaut, als auf die Leinwand. Das war viel faszinierender.
Als bekennender Filmmusikfan war es für mich besonders faszinierend zu sehen, wie diese großartigen Melodien von so vielen Menschen in absoluter Perfektion erzeugt wurden. Einziges Manko war die relativ schlechte Akustik in der Kölnarena, für die diese ja berüchtigt ist.
Nach etwa einer Stunde war erstmal 20 Minuten Pause. Man konnte sich ein wenig die Beine vertreten.
Im Anschluss an die Pause folgte eine weitere Stunde mit Musik aus den Filmen "Die zwei Türme" und "Die Rückkehr des Königs". Hier gab es eine Besonderheit: Der Auftritt der Sopranistin Ann de Renais. Neben vielen elbischen Einlagen (ich nehme an absolut wortgetreu, obwohl ich das - weil ich des Elbischen nicht mächtig bin - nicht beurteilen kann) sang sie die beiden Lieder "Gollum´s Song" und "Into the west". Ich muss sagen, dabei blieb einem die Spucke weg, da der Gesang doch sehr intensiv und beeindruckend war. Insbesondere "Gollum´s Song", den ich sowieso von allen Liedern aus dem Herrn der Ringe am meisten mag, hat mich sehr berührt.
Nach dem furiosen Finale gab es Standing Ovations und bestimmt eine halbe Stunde Dauerapplaus des total begeisterten Publikums.
Entzückend waren auch die Kinder-Solo-Stimmen aus dem Chor, die nach vorne geholt wurden, um auch ihren Anteil am Applaus mitzubekommen. Ganz vorne stand auch die stolze Mutter, die Fotos von ihrem Sprößling gemacht hat.
Alles in allem ein wunderbares und unvergessliches Erlebnis. Akustisch wäre es vielleicht in der Kölner Philharmonie schöner gewesen. Auf der anderen Seite sind dort aber zu wenig Plätze, so dass die Preise pro Sitzplatz sicherlich höher gewesen wären. Wie immer im Leben, hat alles zwei Seiten.
Gerade überlege ich mir, ob es nicht endlich Zeit wird, sich die Herr der Ringe Filmmusik auf CD zu kaufen, die Spinxe trommelt auch schon...

Sonntag, April 22, 2007

Schreck bekommen

Nachdem ich einen Beitrag im Hautkrebsforum beim Krebs-Kompass gelesen hatte, ist mir doch der Schreck arg in die Glieder gefahren. Hier hat eine Betroffene Metastasen bekommen, deren Tumordicke unter meinem lag, die aber auch den Clark Level III hatte. Der Clark Level bezeichnet die Eindringtiefe des Tumors und ob dieser schon die Lymph- und Blutbahnen erreichen konnte. Beim CL III ist das möglich, muss aber nicht sein. Diese Betroffene hatte eine Tumordicke von 0,6 mm mit CL III. Meine Diagnosen lauten bei Melanom Nr. 1: Tumordicke 0,32 mm / CL II (glücklicherweise sehr klein) und bei Melanom Nr. 2: Tumordicke 0,7 mm und CL III. Also etwas dicker als bei der genannten Betroffenen. Da wird man wirklich wieder unsanft in die Wirklichkeit geholt.
Da ich meinen halbjährlichen Sono-Termin etwas habe schleifen lassen (im März wäre es soweit gewesen), habe ich Frank direkt gebeten, diesen Termin für mich nachzuholen. Am 3./4. Mai ist es soweit. Meine Termine werde ich sicherlich nie wieder so schleifen lassen, weil es mir gut geht. Das Tückische an Hautkrebs ist ja, dass man einem (zum Glück) die Krankheit nicht ansieht, denn die vielen großen Narben versteckt ja die Kleidung. Es ist anders als bei anderen Krebsarten. Da wird der Tumor entdeckt und entweder wird bestrahlt oder eine Chemo durchgeführt. Das sieht man den Betroffenen dann ja auch an. Bei Hautkrebs entscheidet die Tumordicke, ob man eine Chemo bekommt. Ab 1 mm Dicke muss man sich einer Chemo unterziehen. Aber das Allerschlimmste an diesem Krebs ist, dass man sich bei Meta-Bildung eigentlich direkt einen Sarg bestellen kann, denn Patienten mit Metas, die überlebt haben, sind mir nicht bekannt. Ein Forumsmitglied ist kürzlich mit 36 Jahren verstorben. Sie hatte eine Tumordicke von über 1 mm und CL IV. Sie hatte 12 Jahre keine Beschwerden. Dann, im letzten Jahr, haben sich Knochenmetas gebildet. Anfang April ist sie verstorben. Das zeigt, wie tückisch diese Krankheit ist.
Die Umwelt ist unwissend, ignorant oder schlicht dumm, was den Umgang mit dieser Krankheit angeht, denn wer nicht krank aussieht, kann ja auch gar nicht so krank sein... Eine Kollegin von mir meinte sogar, wieso ich denn "mit sowas" einen Schwerbehindertenausweis bekommen hätte. Ich denke bei ihr ist es wirklich schlicht Dummheit.
Ich möchte nicht wie meine Mutter an Krebs sterben, dafür werde ich sicher alles tun.

Donnerstag, April 12, 2007

Die Idee war gut...

...doch, die Idee war wirklich gut. Wir wollten die langweilige weiße Tür zum Büro verschönern. Die Rückseite der Tür haben wir mit Metallfarbe eingepinselt, so dass die Tür später eine riesige Pinnwand sein sollte. Der Lack hat eine interessante Konsistenz und Farbe. Nach dem Anstrich sah die Tür aus, wie aus Stein gemeißelt. Das hat uns eigentlich gut gefallen. Die Metallfarbe hätte man aber auch mit jedem beliebigen farbigen Lack überstreichen können, falls einem die Steinstruktur nicht gefallen hätte.
Per Onlineversand haben wir uns eine Türtapete schicken lassen. Das Motiv: Eine englische Telefonzelle. Wir sind ja totale London-Fans und damit wollten wir die Vorderseite der Tür verschönern.
Entweder hört sich das alles immer einfacher an, als es ist oder (was ich eher vermute), wir sind handwerklich überaus unbegabt... Das obere Teilstück der Tapete haben wir etwas zu lange mit dem Leim einwirken lassen. Die Tapete ist an einigen Stellen eingerissen. Außerdem haben sich lauter Luftblasen gebildet. Das letzte untere Teilstück war wesentlich leichter anzubringen, allerdings mussten wir feststellen, dass die Tapete nicht exakt zusammenpasste. Ein absoluter Fehlschlag. Die Idee war gut, doch, sie war gut.
Das Ende dieser Aktion war, dass wir gestern im Baumarkt eine schöne neue Tür gekauft haben. Passend zu unseren Wohnzimmermöbeln, ohne jeglichen Schnickschnack. Wir können es einfach nicht. ;o)

Mittwoch, April 11, 2007

Der Kyffhäuser

Der Kyffhäuser ist ein Bergrücken südöstlich des Unterharzes und der Goldenen Aue, an der Grenze Thüringens zu Sachsen-Anhalt. Thüringen scheint im Übrigen ein sehr grünes Bundesland zu sein, die Fahrt auf der Autobahn und die weiten grünen Landschaften vermittelten diesen Eindruck.
Auf dem Kyffhäuser also steht das Kyffhäuserdenkmal und zeigt die in Stein gemeißelte Figur von Friedrich I. (Barbarossa). Dieses Denkmal ist eingebettet in die Unter-, Mittel- und Oberburg und bildet eine faszinierende Anlage. Der Blick vom Denkmal über die weite Landschaft ist atemberaubend, man kann sprichwörtlich bis zum Ende der Welt sehen. Da diese Anlage eine Kaiserburg war, hat Barbarossa dort (zumindest teilweise) gelebt und muss sich wirklich wie ein Weltherrscher gefühlt haben.
Um dieses Denkmal und Barbarossa ranken sich verschiedene Sagen. Friedrich Rückert hat die Sage in folgende Worte gefasst:
BARBAROSSA
Der alte Barbarossa,
Der Kaiser Friedrich,
Im unterird´schen Schlosse
Hält verzaubert sich.
Er ist niemals gestorben,
Er lebt darin noch jetzt;
Er hat im Schloß verborgen
Zum Schlaf sich hingesetzt.
Er hat hinabgenommen
Des Reiches Herrlichkeit,
Und wird einst wiederkommen,
Mit ihr, zu seiner Zeit.
Der Stuhl ist elfenbeinern,
Darauf der Kaiser sitzt:
Der Tisch ist marmelsteinern,
Worauf sein Haupt er stützt.
Sein Bart ist nicht von Flachse,
Er ist von Feuersglut,
Ist durch den Tisch gewachsen,
Worauf sein Kinn ausruht.
Er nickt als wie im Traume,
Sein Aug’ halb offen zwinkt;
Und je nach langem Raume
Er einem Knaben winkt.
Er spricht im Schlaf zum Knaben:
Geh hin vors Schloß, o Zwerg,
Und sieh, ob noch die Raben
Herfliegen um den Berg.
Und wenn die alten Raben
Noch fliegen immerdar,
So muß auch ich noch schlafen
Verzaubert hundert Jahr.
Näheres zur Barbarossasage findet man hier.
Man geht einen schönen und nicht sehr langen Weg hoch zur Unterburg und erkundet von dort die gesamte Burganlage. Die ist sehr schön gemacht, mit einem Spielplatz für Kinder, einem kleinen Museum und natürlich Restaurants für den kleinen oder großen Hunger. Auf dieser Anlage findet man den tiefsten Burgbrunnen der Welt. Er ist 176 m tief. Aus einem Automaten kann man sich einen "Gallenstein Barbarossas" ziehen, einen roten Sandstein, und in den Brunnen werfen. Es dauert schon seine Zeit, bis der Stein unten im Brunnen angekommen ist. Der Burggeist meldet sich dann zu Wort. Nur bei uns nicht, er hat wohl weitergeschlafen...
Die Rückfahrt war ebenso entspannt wie die Hinfahrt. Doch je mehr man in Richtung Westen und Rhein-Ruhr fuhr, desto mehr nahm der Verkehr zu und auch die Aggressivität auf der Autobahn. Trotzdem sind wir gut angekommen.
Außerdem haben wir auf der Rückfahrt noch eine interessante Entdeckung gemacht: den Herkules bei Kassel. Den werden wir uns in nächster Zeit wohl auch noch ansehen. :o)

Dienstag, April 10, 2007

Die Reise in den Osten

Die Reise in den Osten von Deutschland war toll. Das fing schon beim strahlenden Wetter an. Map 24 hat uns zwei verschiedene Routen ausgespuckt und wir haben uns für die Route entschieden, die weniger Autobahnwechsel beinhaltete. Also sind wir von der A3 auf die A44, dann auf die A7 und von der A38 letztlich auf die A14 gefahren. So etwas habe ich noch nicht erlebt, denn die Autobahnen waren frei. Es war kaum ein Mensch bzw. ein Auto auf der Bahn zu finden, je näher wir dem Osten kamen, desto weniger Verkehr war auf der Autobahn. Teilweise waren wir kilometerlang alleine auf der Bahn. So entspannt bin ich noch nie auf einer Autobahn gefahren. Dadurch sind wir rund 1 1/2 Stunden früher in Machern (vor Leipzig) angekommen, als geplant.

Wir haben dann unser Zimmer bezogen, im Schloßhotel im Kavalierhaus, direkt neben Schloß Machern. Wenn man sich die Webseite von Schloß Machern und dem dazugehörigen Hotel einmal ansieht, kann man schon hohe Erwartungen an die Zimmer stellen. Leider wurden wir hier ein wenig enttäuscht. Das Zimmer hatte einen fleckigen Teppich, die Tapete hatte schon bessere Zeiten gesehen und war außerdem fleckig und rissig. Auf der Badezimmertür waren fettige Fingerabdrücke zu sehen und die Dusche war braun angelaufen. Da hatten wir uns doch etwas mehr erwartet. Dafür war das Service Personal super freundlich und hilfsbereit. Anstandslos haben wir einen Sektkübel mit Eis gefüllt für unseren Sekt erhalten. Das Frühstück wurde uns aufs Zimmer serviert und war mehr als reichhaltig.
Nachdem wir uns also häuslich eingerichtet hatten, sind wir in Richtung Völkerschlachtsdenkmal aufgebrochen. Es war ein wenig gewöhnungsbedürftig, dass dieses (immerhin größte deutsche) Denkmal mitten in der Stadt zu finden war. Es war eindrucksvoll und bedrückend. Ganz besonders beeindruckend fand ich die übergroßen Wächterfiguren, die die vier Tugenden dargestellt haben. Ganz besonders berührt hat mich die Figur der Glaubensstärke. Ein großer älterer Mann hat einen (für mich offensichtlich) toten Jüngling im Schoß und er hält die Hände schützend um diesen (für mich) toten Jüngling. Der in Stein geschlagene Gesichtsausdruck des toten Jünglings hat mich berührt. Meist werden Tote mit friedlichem und gelöstem Gesichtsausdruck dargestellt, aber dieser Jüngling hatte diesen friedlichen Ausdruck nicht im Gesicht. Der Gesichtsausdruck des Jünglings im Tode war bzw. ist voller Ingrimm. Das hat mich nicht losgelassen. Das Völkerschlachtdenkmal ist beeindruckend und bedrückend.
Die Fahrt durch Leipzig und der anschließende kleine Stadtbummel (ich glaube es war eine Art Universitätsviertel, gegenüber dem Hauptbahnhof) hat mich fasziniert. Ich habe eine vergleichbare Stadt noch nicht gesehen. Industriebrachen inmitten der Stadt, Laubenkolonien, umgeben von hohen Mauern, ebenfalls mitten in der Stadt. Ganze Stadtviertel bzw. Straßenzüge verlassen und heruntergekommen. Dabei sind die Häuser wunderschöne Altbauten. Ein Jammer.
Dann wiederrum gab es eine wunderschöne Fußgängerzone mit tollen Altbauten, Straßenzüge mit Altbauten, sehr schön restauriert. Mit lustigen Verkleidungen behangene Häuserfassaden, die wohl bald abgerissen werden. Aufgefallen ist mir, dass ich keine einzige Bankfiliale in der Fußgängerzone entdecken konnte. In Köln ist das z.B. ganz anders. Leipzig ist eine Stadt voller Gegensätze, das fand ich sehr reizvoll.
Am nächsten Tag, auf der Rückreise (lag auf dem Weg), haben wir uns den Kyffhäuser angesehen, aber davon erzähle ich im nächsten Blog. :o)

Montag, April 09, 2007

Völkerschlacht bei Leipzig

16-19. Oktober 1813... die Völkerschlacht bei Leipzig. Der entscheidende Sieg während der Befreiungskriege über Napoleon. Bis zum 1. Weltkrieg war dies mit über 500.000 Teilnehmern die größte militärische Auseinandersetzung. Für uns ist dabei vor allem interessant, dass Deutsche auf beiden Seiten kämpften. Das Ergebnis der Niederlage Napoleons war u.a. die Wiederherstellung der alten, kleinstaatlichen Ordnung in Deutschland auf dem Wiener Kongress (1815). Viele Neuerungen und Reformen, die durch Napoleons Fremdherrschaft eingeführt worden waren, wurden wieder rückgängig gemacht. Obwohl die Sieger damals vom Volk begeistert bejubelt wurden, haben sie in erster Linie Fürstenwillkür, Unfreiheit und Uneinigkeit wiederhergestellt. Die Alternative, die Fremdherrschaft unter einem Tyrann namens Napoleon, wäre allerdings wohl ebenfalls auf lange Sicht nicht erstrebenswert gewesen. Im Gesamtkontext sehe ich die Befreiungskriege und insbesondere diese Schlacht allerdings als ein wichtiges Ereignis auf dem langen (und blutigen) Weg zur Deutschen Einheit (nicht die von 1990 *g*).
Das Denkmal, über 90 Meter hoch und von beeindruckender, klotzartiger Bauweise, steht mitten in Leipzig. Die kompakte Form erinnert an einen Hochbunker. Eine unheimliche, bedrückende Stimmung geht von diesem Klotz aus. An der Stelle, an der es 1913 errichtet wurde, tobten 100 Jahre zuvor die heftigsten Kämpfe und irgendwie spürt man das noch immer. Die unheimliche Atmosphäre intensiviert sich, je mehr man sich dem Ding nähert. Über dem Eingang wacht ein gewaltiger Erzengel Michael (Schutzpatron der Soldaten). Durch einen vergleichsweise kleinen Eingang kommt man hinein. Das Denkmal ist, wo immer es geht, barrierefrei, d.h., man gelangt an wichtige Stellen mit dem Fahrstuhl. Drinnen erwarten den Besucher überlebensgroße, steinerne Totenwächter, die mittelalterlichen Rittern nachempfunden sind. Sie stehen im Kreis, den Kopf gesenkt und auf ihre Schwerter gestützt. Hinter ihnen gequälte riesige Totenmasken. Was mir gleich auffällt ist die unglaubliche Akustik. Ein Ton kann bis zu 10 Sekunden nachhallen. Vom Tonband werden Stücke von Orff und Bach eingespielt. Die Wirkung ist unbeschreiblich, geht durch Mark und Bein. Über den Wächtern trohnen auf einer weiteren Ebene vier gewaltige Steinfiguren, die die „deutschen Volkstugenden“ (Tapferkeit, Glaubensstärke, Volkskraft, Opferbereitschaft) darstellen sollen. Über dem ganzen spannt sich die größte Kuppel eines Profanbaus, die mit 324 Reiterfiguren geschmückt ist.
Eine Ausstellung informiert über die Entstehungsgeschichte des Denkmals und seine jeweilige "Lesart" im Laufe der Zeit und im Wechsel der Regime. Ich empfinde diesen Ort als unendlich bedrückend und tieftraurig. Man wird an Leid und Elend erinnert und weit weniger an "heroische und nationale Ruhmestaten", wie man vielleicht erwarten könnte. Ein kleines Museum zur Völkerschlacht stellt den Weg von der Französischen Revolution bis zur Schlacht und deren Folgen anhand von Originaldokumenten, Uniformen, Waffen und einem Brötchen (kein Scherz!) dar.
Für ein Denkmal, das zur Hochzeit nationalistischer Begeisterung geschaffen wurde, ist vor allem noch bemerkenswert, dass hier den Toten und Verletzten beider Seiten in gleicher Weise gedacht wird. Außerdem sollen freimaurerische Symbole eingearbeitet worden seien, aber um diese zu erkennen, müsste man wohl noch etwas geschulter im Blick sein...

Sonntag, April 01, 2007

Brainstorming

Was kommt Dir zu folgenden Begriffen als erstes in den Sinn?

1. Sonne
Meer, Wohlbehagen, flirrender Asphalt

2. Arbeit
Selbständigkeit

3. Wasser
Frische, Kühle, die Farbe Blau, Lichtspiele und Glitzern

4. Urlaub
Loslassen, Ruhe, Zufriedenheit

5. Tier
Katzen, Anschmiegsamkeit, Eigenständigkeit, Zärtlichkeit

Trifft sich ganz gut, denn ab morgen fängt mein Urlaub an und das ist auch gut so. Ich hoffe, dass das Frühlingswetter anhält, die Sonne scheint und die Bäume weiter ausschlagen. Nachdem Frank mir letztes Weihnachten eine Staffelei samt Ölfarben und Pinsel geschenkt hat, werde ich den Urlaub nutzen und mein Brach liegendes Talent wieder auffrischen. Ich habe als Kind schon sehr viel gemalt und so meine Gefühle (negativ wie positiv) ausgedrückt. Ich habe mich ganz vertieft und das war schon sowas wie "Seelenreinigung". Lange lange Jahre habe ich nicht mehr gemalt, die Ruhe war einfach nicht da. Auch nachdem Frank mir das Rüstzeug geschenkt hat, konnte ich keine Ruhe finden. Der Umzug, meine Diagnose und die damit verbundenen Arzt und OP-Termine usw. usw. Aber jetzt, jetzt endlich will ich die Zeit nutzen. Ich bin sehr gespannt, was dabei herumkommt.

Sonntag, März 25, 2007

Das Mittelalter...

...kann man auf SCHLOSS BURG in Solingen hautnah nacherleben. Die Burg aus dem frühen 13. Jahrhundert sieht tatsächlich genauso aus, wie man sich eine richtige "Ritterburg" vorstellt. Der Spinxer ist ja seit einiger Zeit (auch beruflich) mittelalterlich interessiert und der Erdbeermund teilt diese Leidenschaft (wenn auch nicht unbedingt beruflich *g*). Da bot sich ein spontaner Ausflug an.

Wie auf der Internetseite der Burg angekündigt, fand der Ostermarkt statt. Leider nicht "nur" außerhalb, sondern zu großen Teilen auch mitten in der Burg. Aber, da bin ich schon zu weit. Bevor es nämlich in die Burg ging, konnten Spinxer und Erdbeermund ihren Mut an der freischwingenden Seilbahn aus den frühen 50er Jahren des letzten Jahrhunderts testen. Zur besseren Veranschaulichung ein paar Fotos:


An dieser Stelle möchte ich meinen Schatz ganz, ganz doll loben, denn, obwohl bereits die Rauffahrt bei ihr für halbe Panikattacken gesorgt hat, ist sie tapfer auch wieder mit runter gefahren. Man muss sagen, etwas mulmig wird einem schon, wenn man langsam, die Füße frei heraushängend, den Hang hochgezogen wird. An den Masten hängen Schilder "Schaukeln verboten!". Ich glaube, auf die Idee, zu Schaukeln, käme auch keiner. Naja, irgendwann waren wir dann oben und es ging los mit der Besichtigung.


Etwas enttäuschend war zunächst das "Verlies". Letztlich nur ein kleiner Raum, in dem kleine Lampenschirme angeboten wurden. Aber dann ging es mit dem Rundgang richtig los. Wären die überfüllten Räume (Ostermarkt, wie schon gesagt) nicht gewesen, dann wäre der Informationswert des Rundgang sicherlich um einiges höher gewesen. Auf den Fotos sind genau die vier Momente eingefangen, an denen keine Leute vor der Linse herumgesprungen sind. Toll waren die Wandmalereien von 1901, die wichtige Episoden aus der Geschichte der Burg darstellen. In der Ahnentafel entdeckte der Spinxer zudem das Wappen der Herren von Mark (was heute immer noch das Stadtwappen von Hamm ziert).

Neben allerlei Schnickschnack und Tand wurden aber auch leckere Belgische Pralinen und exotische Käse angeboten. Bei beidem haben wir zugeschlagen. Unter den Käsen sei besonders der Trapisten-Käse hervorgehoben, der von Mönchen des Trapisten Ordens hergestellt wird. Einer der leckersten Käse, den Spinxer und Erdbeermund bisher gegessen haben. Besonders der Geruch ist einzigartig!

Nachdem wir aufgrund eines Missverständnisses den Bergfried gleich zweimal erklommen haben, haben wir den Rundgang schließlich beim "Café Rittersturz" mit einer schönen Tasse Kaffee (wie sich das gehört!) beendet.

Samstag, März 24, 2007

Sachstandsbericht

Draußen ist es neblig und feucht. Darüber bin ich froh, denn es ist ausgesprochenes Kuschelwetter und ich bin sowieso aufgrund meiner OP am Freitag etwas eingeschränkt. Ich fühle mich wie "Fuzzy" aus "Rauchende Colts", dem man in den Allerwertesten geschossen hat. Mir wurde ein Muttermal am Po entfernt und das fühlt sich doof an. Außerdem wurde noch ein Muttermal an der linken Wade rausgeschnitten, aber das geht jetzt wieder. In zwei Wochen werden die Fäden gezogen.
Vergangene Woche war ich zum Schädel-MRT. Gut, dass die da Ohrstöpsel verteilen, das Ding macht schon eine Menge interessanter Geräusche. Wären die nicht, wären das doch sehr entspannte 15 Minuten, denn so lange dauert diese Untersuchung. Glücklicherweise ist alles in bester Ordnung und so habe ich wohl die allergründlichste Krebsnachsorge erfahren. Darüber bin ich froh. Mittlerweile stehen die halbjährlichen Ultraschall-Untersuchungen an, die Termine muss ich noch machen. Ist schon lästig, die ständigen Arztbesuche, allerdings unabdingbar.
Bald hab ich Urlaub und darauf freue ich mich natürlich wie eine Schneekönigin. Und danach ist mein Geburtstag auch nicht mehr weit. Unglaaaaublich, wie die Zeit rast.
Alles ist schön! :o)

Montag, März 12, 2007

Das Schaumburger Land

Köln liegt ja bekanntlich in Nordrhein-Westfalen und als Rheinländerin bin ich natürlich in mein eigenes Bundesland "verliebt". Die Vielfalt der Bewohner und der Landschaft ist eben ein interessanter Aspekt von Nordrhein-Westfalen.
Am Wochenende waren wir in Niedersachsen, genauer gesagt im Schaumburger Land. Die Fahrt auf der A 2 in Richtung Hannover, durch das Weserbergland, war sehr schön. Vorbei an Porta Westfalica und dem monumentalen Denkmal von Wilhelm I. Sehr beeindruckend und vom Auto aus wunderbar zu sehen. Die Fahrt - bei strahlendem Sonnenschein - war problemlos und auch unser Hotel, das Schmiedegasthaus Gehrke war sehr gut zu finden. Die Fahrt ging durch malerische Ortschaften mit wunderbar gepflegten traditionellen Häusern, zumeist aus rotem Backstein.
Der Empfang im Hotel war sehr freundlich und das Zimmer einfach wunderschön. In den Farben Lachs und Apricot gehalten, mit schönen hellen Massivholzmöbeln (keine Kiefermöbel!) und einem launigem Spruch von Wilhelm Busch über dem Bett. Das Bad sehr sauber und modern, es gab sogar einen Flachbildschirm-TV im Zimmer. Das Restaurant war gemütlich und das Essen superlecker.
Die Fahrt zum Dino-Park Münchehagen führte wiederrum durch malerische und herrlich gepflegte Ortschaften, verbunden durch Waldgebiete. Auf der Fahrt haben wir ein einsames Haus mitten in einem Waldstück entdeckt, der Rohbau war gerade mal fertig. Das sah wirklich unheimlich aus und wir haben überlegt, welche "Tragödie" wohl hinter diesem nicht fertig gestellten Haus stecken könnte.
Man könnte ja meinen, dass Niedersachsen ein langweiliges Bundesland sei, aber dem ist gar nicht so. Es ist landschaftlich wunderschön, mit unglaublich freundlichen Bewohnern. Diese Freundlichkeit ist man ja eigentlich gar nicht mehr gewöhnt, so traurig das ist.
Unser Hotel liegt im Ortsteil Riepen, der Samtgemeinde Bad Nenndorf, nicht weit vom Geburtsort Wilhelm Buschs entfernt. Ein sehr ruhiger, beschaulicher und friedlicher Ortsteil.
Der Ausflug zum Steinhuder Meer hat noch einmal zusätzliches Urlaubsfeeling aufkommen lassen. Die Umgebung erinnerte an ein Fischerdörfchen. Überall Aalräuchereien, Cafés, Bootsverleihe. Auf dem riesigen Binnensee tummelten sich die Segelboote und das bei strahlendem Sonnenschein.
Das Wochenende war wunderschön und es kommt mir vor, als wäre ich eine Woche lang fort gewesen.
Den Spinxer zu heiraten war wohl die beste Idee meines Lebens... <3

Sonntag, März 11, 2007

Ein ganz besonderer Tag...

...ist für Erdbeermund und Spinxer in jedem Jahr der Hochzeitstag. Um diesen gebührend zu feiern, haben wir diesmal beschlossen, uns für ein Wochenende auf einen Kurzausflug zu begeben. Als Ziel haben wir uns den "Dino-Park" in Münchehagen in der Nähe des Steinhuder Meeres ausgesucht.
Der Park liegt mitten in einem bewaldeten Hang. Hier wurden bei Steinbruchsarbeiten versteinerte Dinosaurierspuren entdeckt. Im Zuge der "Jurassic Park" Dinowelle Anfang der 90'er - so zumindest unsere Vermutung - wurde dann dieser Park errichtet. Konzeptionell ähnelt er dem ehemaligen "Traumlandpark" bei Bottrop-Kirchhellen, d.h., die lebensgroßen Sauriermodelle stehen mitten im Wald und können auf einem Rundgang, der in Folge der Erdgeschichtsalter (Devon, Karbon, Perm, Trias, Jura, Kreide, Tertiär, Quartär) angelegt ist, bestaunt werden. Trotz Hinweisschild sind wir diesen Rundgang allerdings falsch herum gelaufen, aber das macht nix. ;o)
Man fängt bei der Entstehung der Erde und einfachsten Meereslebewesen an, streift an den eindrucksvollen, 10 Meter langen Knochenfischen und Riesenmulchen bis zu den mit gewaltigen Rückensegeln bewehrten Dimotrions vorbei, bevor man dann unversehens auf die ersten Dinos trifft. Besondere Highligts sind die wirklich gewaltigen Brachiosaurus und Megalosaurus Nachbildungen auf freier Fläche. Wenn man vor den haushohen Urviechern steht mag man sich vorstellen, wie die Erde gebebt haben muss, wenn sie sich bewegt haben.
Weiter im Wald warten dann u.a. mehrere T-Rex Varianten auf den Besucher. Hier wurde das Design stark von Spielbergs Film beeinflusst, denn es gibt auch ein älteres, sehr viel plumperes Modell vom "König aller Raubsaurier", welches deutlich weniger inspirierend wirkt. Ganz besonders gelungen sind die vielen "Dornenechsen", der bekannteste der Triceratops, die friedlich im Wald grasen. Ein heutiger ausgewachsener indischer Elefant könnte es so grade mit ihnen aufnehmen. Schließlich erreicht man ein Riesenfaultier und ein imposantes Mammut, beide mit echtem Fell ausgestattet, was den "lebensechten" Eindruck ungemein verstärkt. Auch auf die Darstellung einer Jagdgruppe Neandertaler, die gerade ein unglücklich dreinschauendes Mammut in eine Erdfalle getrieben haben, wird nicht verzichtet. Wie hart und gefährlich das Leben für unsere Vorfahren gewesen sein muss, kann man hier erahnen.
Ganz besonders hat sich der Spinxer über die Rekontruktion des ersten Dinosauriermodells von 1855 in Originalgröße gefreut. Damals bot es dem Entdecker des ersten Dinoknochens und weiteren 20 Gentlemen genügend Platz, um darin ein Festmahl einzunehmen. Dass das Aussehen dieses Modells nicht mal ansatzweise mit dem tatsächlichen Tier identisch ist, stört hier keinen.
Etwas enttäuschend war die groß angekündigte "Sonderausstellung" zu den Meeresechsen, die doch ziemlich mager ausgefallen ist. Da hätten sich Erdbeermund und Spinxer mehr gewünscht. Immerhin, eine 4 Meter lange Riesenseeschildkröte und ein paar Ur-Haie waren auch dabei.
Insgesamt konnte der Park aber überzeugen.
Untergebracht waren wir in einem wunderschönen Romantik-Hotel in Riepen, nur ein paar Minuten Autofahrt vom Dinopark entfernt. Das Haus stand ganz unter dem Motto "Wilhelm Busch", der in der Nähe sein Geburtshaus hat und zu dem gerade "Wilhelm Busch Wochen" stattfanden. Das familiär geführte Hotel war vorbildlich gepflegt und sauber, die Leute nett, höflich und zuvorkommend. Auch die Kühlung unseres mitgebrachten "Cremant de Loire" wurde gern übernommen.
Nachdem wir dann noch den Moor- und Findlingsgarten in Hagenburg besucht haben, gings zurück ins Hotel um ein wirklich köstliches Mehrgängemenü im hoteleigenen Restaurant zu verspeisen. Was Erdbeermund und Spinxer unter Einfluss des leckeren "Cremant" dann anschließend angestellt haben, wird hier nicht verraten...
Am nächsten Tag gings dann nach einem üppigen Frühstück zum Steinhuder Meer, dem größten Binnensee Niedersachsens. Hier hat man wirklich (fast) den Eindruck, man wäre an der Nordsee. Tatsächlich haben wir sofort wieder Sehnsucht diesbezüglich bekommen.
Nicht vergessen werden sollte der Zwischestopp an der Porta Westfalica, an der wir uns das weltberühmte Kaiser Wilhelm Denkmal bei malerischem Wetter angesehen haben.
Jetzt machen wir uns gerade etwas schönes zum Essen und werden den Tag ausklingen lassen.
Alles in allem ein herrliches, lustvolles, verspieltes, lehrreiches und nach Wiederholung gierendes Wochenende an unserem dritten Hochzeitstag.

Ganz besonders an Tagen wie diesen wird mir wieder klar, wie glücklich ich bin und wie sehr ich meinen Schatz liebe!

Sonntag, Februar 25, 2007

Rosenmontag bei Ikea

Rosenmontag wollten wir uns dem karnevalistischen Treiben entziehen und haben uns aufgemacht, das schwedische Möbelhaus zu besuchen. Nicht, dass wir hier in Riehl viel vom Karneval mitbekommen hätten, aber Ikea hatte Schreibtischstühle im Angebot und die wollten wir uns ansehen.
Voller Freude sind wir in unseren neuen Freund bzw. in unsere neue Freundin "Funny" eingestiegen und losgebraust. Autobahnabfahrt Richtung Ikea raus und schon ahnten wir Böses. Viele Autos waren unterwegs und es gab einen kleinen Stau zur Parkplatzauffahrt von Ikea.
Selbst zu den besten Zeiten habe ich es nie erlebt, dass der Parkplatz so voll war. Ich meine wirklich voll. Nicht nur der Parkplatz, alle Parkplätze waren voll. Die Aussicht, mich dicht an dicht durch das Möbelhaus schieben zu lassen, hat meine gute Laune schlagartig sinken lassen.
Wir haben sogar einen Parkplatz ergattert und sind auch ausgestiegen. Dann haben wir uns aber doch spontan dazu entschlossen, Stühle Stühle sein zu lassen und sind wieder gefahren. Ehrlich, ich hasse Menschenmassen und ich hatte so gar keine Lust, mich mit einer Millionen anderer Karnevalsflüchtlinge durch das Möbelhaus schieben zu lassen. Wir sind dann wieder gefahren und waren froh darüber.
Wir haben uns dann hinterher nur gefragt, war überhaupt jemand beim Rosenmontagszug?

Montag, Februar 19, 2007

Rosenmontag und Rocky

Es ist wieder soweit, das närrische Treiben hat die Stadt (bzw. die Menschen) im Griff und das Feiern und Saufen auf Kommando kann beginnen.
Dem ersten Satz kann man schon entnehmen, was ich von Karneval halte: Nichts. Es ist nicht das Feiern und die Fröhlichkeit. Das wäre ja richtig klasse, aber einen Straßenkarneval zu feiern, ist schlichtweg unmöglich und streckenweise sogar eklig. Man wird angebaggert, angegrabscht, überall torkeln die Narren herum, Alkoholleichen liegen in Straßengräben und Männer pinkeln gegen Häuserwände oder ins Stadtgrün. Einmal im Jahr - so scheint es - lässt jeder die Sau raus (im wahrsten Sinne des Wortes) und benimmt sich einfältiger, als Höhlenmenschen. Die Kiddies saufen sich um den Verstand. Eine Schlagzeile in den vergangenen Tagen hieß: Elfjähriger mit einem Promillewert von 2,0 im Blut. In den Kneipen ist es brechend voll und auf sein Hab und Gut muss man auch aufpassen, weil jetzt Hochsaison für Taschendiebe ist. Neee danke, das ist nichts für mich. Sitzungskarneval ist mir ein Greuel. Abgeschmackte Büttenreden, Lachen auf Kommando (aber bitte an den richtigen Stellen). Immer wieder die gleichen Lieder und Gesichter.
Heute mache ich mir einen gemütlichen Tag zu Hause. Das Wetter ist kalt, grau und neblig. Kuschelwetter. Ich verzichte auf den Anblick bemüht fröhlicher Narren und auch auf den Anblick besoffener Jecken, die nicht mehr wissen, wo vorne und hinten ist.
Themenwechsel. Gestern waren wir im Cinedom und haben uns "Rocky Balboa" angesehen. Erst einmal Respekt für Sylvester Stallone, der sich für diesen Film wieder einen stählernen Body antrainiert hat und mit 60 Jahren besser aussieht, als manch 30-jähriger. Ein "langsamer" Film, der sich die Zeit lässt, seine Geschichte zu erzählen, aber auch ein mitreißender Film, wenn z.B. die Trainingssequenz gezeigt wird. Mit einem (altbewährten) tollen Soundtrack. Da möchte man am liebsten mitrennen. Ein großartig gemachter Boxkampf, der natürlich der Höhepunkt des Filmes ist. Ein würdiger 6. Teil und ein gutes Ende für die Rocky-Saga. Ich kann den Film nur empfehlen.

Freitag, Februar 16, 2007

4 Freunde das sind wir...

...in der jüngsten Vergangenheit hatten wir 3 zuverlässige Freunde, von denen wir uns im Laufe der Zeit leider verabschieden mussten.
Der erste Freund (oder besser die erste Freundin?), etwas betagt, aber noch ordentlich zu Fuß hat uns z.B. auf unsere Hochzeitsreise begleitet. Zuverlässig. Sie war von kleinem und kräftigem Wuchs und rot bewandet. Wir nannten sie Opelinchen. Leider war ihre Zeit begrenzt, weil sie eben schon sehr betagt war. Aber vergessen werden wir sie nie.
Dann folgte Johnny. Etwas größer, jünger und schlanker. Sehr flott und wendig, mit blauem Gewand. Auch er hat uns zuverlässig auf unseren Wegen begleitet, bis ihn das Ende auf einer deutschen Autobahn ereilte. Darüber waren wir wirklich traurig.
Rudi. Rudi war bisher unser Freund. Etwas kleiner im Wuchs als Johnny, aber nicht ganz so alt wie Opelinchen, hat er seinen Job bisher sehr gut erledigt. Signalrot und schnittig wie er ist, müssen wir uns jetzt leider von ihm trennen, denn der nächste (und vierte) Freund wartet schon: Funny.
Opelinchen, Johnny und Rudi haben uns begleitet und viele Erinnerungen hängen an unseren Freunden. Vergessen werden wir sie sicherlich nie. ;o)

Donnerstag, Februar 15, 2007

Lasst Blumen sprechen...

... sagte ich mir am 14.Februar (für die Nichtinformierten: Valentinstag) und machte mich auf die Suche nach geeigneten Exemplaren für meinen Spinxen-Schatz. Bei dem Floristen meines Vertrauens wurde ich fündig: Weiße Ranunkeln! "Das ist aber ungewöhnlich", meinte Herr Florist "Genau deshalb will ich sie haben", meinte darauf ich. Weiß ist ohnehin eine schöne Farbe, was Blumen angeht. Und ich muss sagen, der Herr Florist hat das wirklich sehr schön hinbekommen. Mein Schatz hat sich auch sehr über die Blütenpracht gefreut (unteres Foto).
Überhaupt war der Valentinstag ein Tag der Überraschungen: Morgens wurde ich sanft von meiner Spinxen-Frau wachgekitzelt und mit einer großen Flasche Sekt, einer Geschenktüte und einem wunderschönen Buch "Ich schenk dir mein Herz!" überrascht. Das kleine Buch behandelt auf unterhaltsame Art das Thema Liebe, die großen Dichter und Denker kommen natürlich zu Wort und manche lustige und hintersinnige Anekdote wird erzählt. Aber am schönsten ist der Teil, in dem mein Schatz selbst geschrieben hat, was sie an mir liebt (den Inhalt werde ich hier jetzt nicht veröffentlichen) inkl. einem großen roten Tintenklecks. Neben den Ranunkeln konnte ich mich mit einem Rose-Piccolöchen und einer Katzengesichtkarte revanchieren.
Zum Essen haben wir uns dann eine Portion Sushi gegönnt. Entgegen der landläufigen Meinung besteht diese japanische Spezialität nicht in erster Linie aus rohem Fisch, sondern kaltem, gekochtem Reis, auf dem dann der rohe Fisch - SEHR dünn geschnitten, wie ein Carpaccio - aufgebettet liegt. Die einzelnen Happen tunkt man mit den Stäbchen in eine Sojasoße oder in grünen Meerrettich (der SEHR scharf ist!). Das ist wirklich lecker und macht angenehm satt. Mein Schatz hat dann die "hardcore" Variante gewählt, die scharfen Meerrettichkleckse in ihrer Sojasoße aufgelöst und darin dann die Sushi-Happen getränkt. Das Ergebnis hätte durchaus für die Vorrunde der Weltmeisterschaften im Grimassenschneiden gereicht. Aber sie hat es aufgegessen, alle Achtung.
Wie man auf dem linken oberen Bild sieht, will unser Felix immer gern überall dabei sein. Besonders toll findet er es, wenn er sich auf die Tastatur legen kann. Dabei ist es unerheblich, ob man gerade etwas schreiben will (einen Blogeintrag zum Beispiel), oder nicht. Felix ist überhaupt davon überzeugt, das Zentrum des Universums zu sein. Vielleicht ist er das ja auch, es hat nur noch niemand gemerkt.
Für mich ist meine Spinxe das Zentrum des Universums und jetzt gibts Kaffee...

Sonntag, Februar 04, 2007

Catwatching


Das sind Tini und Felix, unsere Parkettpanther. Katzen haben eigenartige und faszinierende Verhaltensweisen und ein unabhängiges Wesen. Ich liebe Katzen schon seit meiner Kindheit. Das ging so weit, dass ich als 5-jähriges Mädchen versucht habe, die Nachbarkatzen zu "klauen". Herrje, dabei hatten wir Katzen, als ich noch ein Kind war.
Speziell Tini hat eine lustige Angewohnheit (haben wohl Katzen im Allgemeinen): Sie rennt wie vom Hafer gestochen vom Katzenklo, wenn sie ihr Geschäft verrichtet hat. Man hört ein Scharren und ein Knistern und dann gehts ab, quer durch die Wohnung (am liebsten raus auf den Balkon). Das ist einfach herrlich. Das Fell flattert und Tini galoppiert mit Karacho gen Balkonfenster.
Ich stelle mir grad vor, wie das aussähe, wenn wir Menschen diese Angewohnheit hätten...

Samstag, Januar 27, 2007

Vielfältiges

I´m breaking through
I´m bending spoons
I´m keeping flowers in full bloom
I´m looking for answers from the great beyond

Auszug aus "The Great Beyond" von R.E.M. - ein wunderbares Lied.
Frank drückt die Schulbank und ich habe mir eben ganz dekadent ein Gläschen Sekt gegönnt. Ich bin glücklich. Mit R.E.M. im Ohr erinnere ich mich an dieses wunderschöne Konzert am 12.05.2001 vor dem Kölner Dom. Susanne und ich haben den Rausch eines tollen Konzerts erlebt, vor gigantischer Kulisse. Traumhaftes Wetter und eine einmalige Atmosphäre. Susanne ist es zu verdanken, dass ich ein Foto vom Sänger Michael Stipe und mir habe. Sie hat es geschossen. Was war das alles schön!
Alles ist gut. Freitag hatte ich eine Knochenszintigraphie, so eine Art Scan von meinem gesamten Skelett. Ich habe schon seit Jahren chronische Schmerzen im Lendenwirbelbereich, die sich mittlerweile auf die linke Hüfte und das linke Bein ausgebreitet haben. Endlich habe ich mich aufgerafft und bin zu einem anderen Orthopäden gegangen, der - so wie ich gehofft habe - mehr tun würde, als Spritzen setzen. Naja. Der Orthopäde war ein Fehlschlag, aber aufgrund meiner Krebserkrankung hat er mir eine Überweisung für dieses Knochenszinti gegeben, damit nun auch wirklich jede Meta-Bildung ausgeschlossen werden kann. Letzte Woche war sowieso die Woche der Ärzte...
Freitag also war ich beim Knochenszinti, die haben mich wahrlich auf den Kopf gestellt, kreuz und quer abgescannt, ein ganzer Tag ist dafür draufgegangen. Aber was zählt ist das Resultat und die gute Nachricht lautet: Nix zu sehen, keine Knochenmetastasen, kein gar nix. Das ist doch ein Gläschen Sekt wert oder?
Montag war Orthopäde angesagt (mit sage und schreibe fast 4 Stunden Wartezeit für nix!) und im Anschluss daran ein CT meines Halses. Bei der Sonographie hatten sich große Lymphknoten gezeigt. Da das MM gerne mal in die Lymphknoten streut, wollte die Ärztin sicher gehen und ein CT machen. Ja, es sind große Lymphknoten da, aber da die unter einem Zentimeter groß sind, kann hier wohl auch Entwarnung gegeben werden, keine Metas in den Lymphknoten.
Alles in allem also eine gute Woche, trotz der Schmerzen. Am 08.02. werden die letzten beiden Muttermale entfernt. Dann habe ich endlich Ruhe. 9 OPs reichen erstmal voll und ganz. Ich bin zuversichtlich, dass diese Muttermale ebenfalls nicht bösartig sind.
In den letzten Tagen habe ich das Buch "Nichts ausgelassen" von Heiner Lauterbach gelesen. Es hat mir sehr gut gefallen. Ich mag Heiner Lauterbach, seit ich "Männer" gesehen habe. Er hat nun wirklich nichts ausgelassen in seinem Leben. Das macht ihn so interessant, weil er so exzessiv gelebt hat. Heiner Lauterbach ist für mich einer der wenigen guten deutschen Schauspieler.
Diese ganze GZSZ-Grütze und wie diese Soaps noch so heißen, hat für mich weniger mit Schauspielerei zu tun, als mit Fließbandarbeit. Die wenigsten Schauspieler, die aus einer solchen Serie (meist ausgebrannt) aussteigen, können sich im "deutschen Filmgeschäft" behaupten. Generell ist m.E. die deutsche Filmwelt sehr einseitig: Schenkelklopfer-Komödien und Nazi-Aufarbeitung. Es käme dem deutschen Film sehr zugute, wenn er, wie in den USA, ein eigener Industriezweig wäre. Dass er unter der Obhut einer Bundes- oder Landesbehörde nicht wachsen und gedeihen kann, liegt auf der Hand. Die Filmförderung ist absurd, da hier niemand "gefördert" wird. Leider erhalten Nachwuchstalente in den seltensten Fällen eine Förderung. Klar, wäre ja ein Risiko. Statt dessen pumpt man das Geld lieber in amerikanische Filme oder "fördert" etablierte Künstler. Das geht alles am Sinn und Zweck vorbei.
Das ist alles für heute. Schluss. Aus. ;o)

Samstag, Januar 13, 2007

Im Kino...

James Bond...
Den Wirbel um die Nachfolge von Pierce Brosnan fand ich ja recht amüsant und alle gerüchteweise genannten Schauspieler fand ich nicht so recht passend. Als dann die Wahl auf Daniel Craig fiel, war ich auch skeptisch. Allerdings gefiel mir von Anfang an sein markantes Aussehen.
Letzten Mittwoch war es dann soweit, wir haben den Abend mit James Bond verbracht und ich bin wirklich restlos begeistert! Ich muss dazu sagen, dass ich bisher nur drei James Bond-Filme im Kino gesehen habe (sonst alle im TV): Moonraker mit meinem Bruder, Stirb an einem anderen Tag mit meinem Liebsten und Robert und jetzt Casino Royale mit Ehegatte, Micha und Martina.
Der Vorspann ist schon genial, alles grafisch aus den Spielkarten abgeleitet. Eine Augenweide und wirklich außergewöhnlich. Das obligatorische "James Bond-Lied", gesungen von Chris Cornell (Ex-Soundgarden Frontmann), lief ja schon ewig vorher und ist in der typischen Bond-Manier gemacht. Eher außergewöhnlich, dass es von einem Mann gesungen wird, gefällt mir aber ausnehmend gut.
Die "Einführung" von Daniel James Bond in schwarz/weiß hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, von wegen Weichei... Geradezu beeindruckend die ersten Minuten des Films, als sich Daniel James Bond eine Verfolgungsjagd quer über Stock und Stein, Krähne und Betonpfeiler, Stahlträger rauf und runter mit dem amtierenden Weltmeister im sog. "Free-Running" liefert. Wow, einfach unglaublich.
Insgesamt fand ich den Film klasse, spannend und die Sprüche wirklich köstlich. Ich freue mich schon riesig auf den nächsten Bond mit Daniel Craig.
Wenn ich bedenke, mit wie viel Hohn und Spott auf Daniel Craig reagiert wurde, hat er doch seine Kritiker eines Besseren belehrt. Dieser Bond ist nicht umsonst der erfolgreichste in der Geschichte. Gut gemacht, Daniel!

Samstag, Januar 06, 2007

Lucy in the Sky with Diamonds...


...hieß es am 3.1.07, als die Sternenklänge im Planetarium Bochum zu einer musikalischen Reise durch Raum und Zeit einluden. Die Musik dazu kam von keinen geringeren als den FabFour aus Liverpool - den Beatles. Passend zu diesem Weltraumtrip wurden die eher psychedelischen Klänge der Gruppe ausgewählt, am bekanntesten natürlich "Lucy in the Sky..."
Auch, wenn man kein ausgesprochener Beatles-Fan ist, die Verbindung ihrer Musik mit den Projektionsmöglichkeiten eines Planetariums ist wirklich gigantisch. Schon nach kurzer Zeit schwebt man förmlich dahin, reist durch Raum und Zeit, durchquert die Milchstrasse, landet auf fernen Planeten und wird Zeuge von Supernovae und Geburten von Sternen.
Besonders beeindruckend waren die Darstellung eines riesigen Schwarzen Lochs und eine Sonnenfinsternis in Echtzeit, die man aus einer gewaltigen Höhle heraus miterleben durfte.
Nachdem der Erdbeermund und ich bereits im Sommer im Planetarium Münster waren, war dies nun unser zweiter (und bestimmt nicht letzter!) Ausflug ins All.

Montag, Januar 01, 2007

Neujahr!

Prosit!

Ohne Kater, und das trotz des guten und reichhaltigen Angebots erlesener alkoholhaltiger Getränke gestern, sind Spinxe und Spinxer im neuen Jahr angekommen.
Den Silvestertag haben wir mit einem Robbie Williams Konzert (auf DVD), ein paar Folgen von "Angel - Jäger der Finsternis", dem traditionellen Backen des Neujahrzopfs, den Vorbereitungen für das Fondue, viel Wein und mit Schmusen und Tanzen verbracht.
Spinxe hatte noch nie Fondue gemacht, entsprechend aufgeregt war sie dann auch, als es endlich zur Sache ging. Ich muss sagen, die "modernen" Elektrofondues sind doch um einiges praktischer, als die archaischen Ausgaben mit Spiritusbrenner, die ich noch kannte (und, nebenbei bemerkt, auch sicherer). Zum Fleisch gab es Zwiebelbaguette, einen herrlichen griechischen Bauernsalat (hat sich die Spinxe mal wieder selbst übertroffen), diverse Soßen von Curry bis Hot-Chilli, Wasser und natürlich unseren geliebten weißen Schwarzriesling.
Gleich beim ersten Mal ist der Spinxe dann auch das Fleischstück vom Spieß in den Topf gefallen, es konnte aber wieder aufgefunden werden. Insgesamt ein leckeres Essen und ein echter Klassiker zu Silvester.
Gegen 20.00 Uhr kam dann die erste Neujahrspost per SMS. Clever, denn zum Jahreswechsel sind die Telefonnetze immer überlastet, so dass nix mehr durchkommt. Spinxe und Spinxer haben sich dann ebenfalls an die Verschickung eines Silvestergrußes begeben, der folgendermaßen lautet:
"An guten und an schlechten Tagen, in Sonnenschein und Sturmeswind, niemand soll je verzagen, denn wir sind alle Gottes Kind."
Ob die SMSs bei den jeweiligen Empfängern auch noch rechtzeitig angekommen sind, das wissen wir allerdings (noch) nicht.
Der Abend war mild, das Feuerwerk bombastisch. Sogar ein Schiffshorn von einem vor unserem Haus vor Anker liegenden Holländer ertönte um Mitternacht. Wir haben dann unsere Wunderkerzen abgefackelt und den herrlichen Taittinger genossen. Wunderbar!
Ich vermisse die alte Wohnung (trotz des "fehlenden" Domblicks) kein bißchen. Es ist toll hier und ich liebe meine Frau über alles.
Und ich liebe meinen Mann über alles... -> Erdbeermund :o)